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und die Plastiksuppe
Verfangen- Fressen- Transportieren

Verfangen- Fressen- Transportieren

Derzeit kommen im Meer 663 Tierarten mit Meeresmüll in Kontakt (CBD 2012). Davon sind etwa die Hälfte der Tierarten ( ca. 370 ) durch Verschlucken und Verfangen betroffen. Das ist eine Zunahme der Auswirkung auf Meerestiere von mehr als 40% verglichen mit einer Erhebung aus dem Jahr 1997, bei der dies für 247 Arten festgestellt wurden. Das Verschlucken von Meeresmüll wurde für mindestens 43% der bestehenden Walarten, allen Arten von Meeresschildkröten, rund 44% der weltweiten Seevogelarten und vielen Fischarten beschrieben. Verstrickungen mit Meeresmüll, wie zum Beispiel verlorene Netze, Leinen und Angelschnüren wurde bei sechs der sieben Meeresschildkrötenarten, 51 der weltweiten 312 Seevogelarten und 32 Meeressäugerarten beschrieben. Bei den 120 Meeressäugerarten, die auf der IUCN-Liste aufgeführt sind, wurde bei 54 Arten (45%) festgestellt, dass sie Meeresmüll aufnehmen und/oder sich darin verstricken. Von diesen Arten sind 15% der Tiere auf der Roten Liste der IUCN zu finden(1). Das Ausmaß der Wirkung auf Tiere durch Meeresmüll ist wahrscheinlich noch viel größer, da in den Erhebungen zu den Zahlen nicht alle Folgewirkungen von Meeresmüll auf das Leben der Tiere beschrieben sind. Zum Beispiel kann sich Meeresmüll auf Stränden negativ auf die Fähigkeit der Schildkröten- Jungtiere auswirken, um nach dem Schlüpfen schnell das Wasser zu erreichen. (2) Oder die Temperatur des Sandstrandes verändert sich bei Anteilen aus Kunststoff, was sich auf die Bruteigenschaft oder das Fressverhalten von Tieren im Sandstrand negativ auswirken kann.

Wenn Meerestiere marinen Müll fressen und sie diesen nicht wieder ausscheiden können, kann sich ein Sättigungsgefühl einstellen, sodass die Tiere verhungern. Plastikteile können die Verdauungsorgane mechanische verletzen oder zusetzen. Sehr kleine Mikroplastikteile können über den Verdauungstrakt in Körpergewebe transportiert werden und dort zu Entzündungen und Immunabwehrreaktionen führen. An Mikropartikeln anhaftende Giftstoffe können nachdem Verschlucken in den Stoffwechsel der Tiere gelangen.

Das Verfangen in Meeresmüll, besonders in Netzen und Leinen kann zum Ertrinken von Säugetieren und Vögeln führen, Fische ersticken darin. Bei zum Beispiel in Leinen oder Packbändern verfangenen Tieren schneiden diese in den Körper ein und führen zu Entzündungen. Wenn Vögel Plastikschnüre für den Nestbau benutzen, verfangen und strangulieren sich die Jungtiere darin.

Auf schwimmenden Plastikmüll können Tiere, aber auch zum Beispiel pathogenen Bakterien, über große Entfernungen „reisen“ und somit als invasive Arten negativen Einfluss auf Regionen nehmen. (4)

Literaturquellen:

1)WSPA Untangled. Marine Debris: a global picture of the impact of animal welfare and of animal focused solutions. Report

2)http://www.marine-litter-conference-berlin.info/userfiles/file/Issue%20Paper_Final%20Version.pdf4) „Plastikmüll-Fertig zum Entern“ in Spektrum der Wissenschaft http://www.spektrum.de/suche/#!/q/Plastikm%C3%BCll%20Fertig%20zum%20Entern!